Essen-Fulerum

Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald (Frauen)

Das Lager wurde im Jahre 1943 angelegt, zuerst waren dort französische Zivilarbeiter, später sowjetische Zwangsarbeiterinnen und italienische Militärinternierte.

 

Das Außenlager für Frauen wurde am 24.August 1944 in Dienst gestellt und befand sich in der Humboldtstraße, Ecke Regenbogenweg. Die Häftlinge waren im westlichen Teil des Zwangsarbeitslagers in vier Baracken untergebracht.

 

Lagerführer war SS-Oberscharführer Albert Rieck, Stellvertreter SS-Unterscharführer Otto Maier und Willi Kerkhoff.

 

Häftlinge waren ca. 520 Jüdinnen aus der Karpatenukraine und Nord-Siebenbürgen. Diese kamen an diesem Datum über das KL Auschwitz und KL-Außenlager/SS-Arbeitskommando Gelsenkirchen-Horst (Gelsenberg Benzin AG) in das Außenlager Essen.

Krupp-Arbeiterinnen wurden in einer Schulung in den SS-Dienst eingewiesen und übernahmen große Teile der Bewachung der Häftlinge.

 

Die Häftlinge wurden bei der Fa.Krupp zu Schweißarbeiten, Ofenbefüllungen, Arbeiten im Walzwerk II (Ecke Bottroper/Helenenstraße) des Gußstahlwerkes oder zu Transport- und Aufräumarbeiten eingesetzt.

 

Bei einem Bombenangriff der Alliierten vom 23./24.Oktober 1944 wurde der südliche Teil des Lagers zum Teil zerstört.

Nach einem weiteren Bombenangriff am 12.Dezember 1944 mußten die Frauen in ein provisorisches Lager in Kellerräumen des Lagers umziehen.

 

Am 17.März 1945 wurde das Lager evakuiert und es ging zu Fuß nach Bochum, von dort aus mit dem Zug nach Weimar, danach ins KL Bergen-Belsen. Die Fahrt dauerte 6 Tage.

 

6 Frauen konnten während einen Fliegerangriffs während der Evakuirung flüchten:

  • Gizella Israel
  • Rosa Katz
  • Agnes und Renée Königsberg
  • Elizabeth und Erna Roth

Sie verbrachten einige Tage in den Ruinen eines zerstörten Gebäudes. Dann wurden sie von einigen Essenern versteckt. Sie konnten bis zum Einmarsch der Amerikaner am 11.April 1945 erfolgreich versteckt werden.

 

2 Frauen fanden bei dem Krupp-Mitarbeiter Gerhard Marquardt Zuflucht.

 

Die 4 anderen wurden vom Lebensmittelhändler Fritz Niermann, zusammen mit anderen russischen Zwangsabeiterinnen in seiner Wohnung in der Markscheide 50 in Essen-Altendorf versteckt.

Unterstützt wurde er von der Nachbarin Erna Lippold, der Kruppmitarbeiter Karl Schneider und Niermanns Angestellte Gertrud Hahnen und Adolf Gatzweiler.

 

1988 wurden Fritz Niermann und Gerhard Marquardtder Ehrentitel "Gerechter unter den Völkern" durch den israelischen Staat verliehen.