Flugplatz Essen-Mülheim

Arbeitserziehungslager

  • Flughafen - Essen-Mülheim

Der Flugbetrieb wurde zu Beginn des Krieges auf dem Flugplatz Essen-Mülheim eingestellt. Er sollte weiter ausgebaut werden, da die Start- und Landebahnen aus dem Jahre 1925 veraltet waren und für den militärischen Zweck unzureichend waren.

Um dieses Projekt zu stemmen, wurden zahlreiche Arbeitskräfte benötigt. Die Betreiber des Flughafens wandten sich an die rheinisch-westfälische GeStaPo. Diese suchte zu dieser Zeit Partner für die Errichtung von Polizeihaftlagern für "Arbeitsverweigerer".

Als Arbeitsverweigerer galten Arbeiter, die unentschuldigt fehlten, Krankheiten vortäuschten oder ihren Arbeitsplatz ohne nennenswerte Gründe kündigten. Zudem flüchteten zahlreiche Ausländer (Niederländer, Belgier und Franzosen) vor dem Arbeitseinsatz. Diese sollten bestraft werden und es sollte zudem abschreckend wirken.

Dafür wurde ein weiteres Lager eingreichtet, das Arbeitserziehungslager Essen-Mülheim. 

 

Das Lager wurde am 26.Juni 1941 in Dienst gestellt und unterstand der Flughafengesellschaft in Essen-Mülheim.

Geschlossen wurde es am 10.März 1945.

 

Nach Angaben der Sicherheitspolizei (SiPo) und des Sicherheitsdienstes (SD) waren ab Indienststellung zuerst nur ausländische Gefangene im Lager. Als der Krieg sich europaweit ausbreitet kamen auch Häftlinge aus Yugoslawien, Polen, Ukraine etc dazu. Ab 1.April 1943 kamen deutsche Häftlinge aus dem Arbeitserziehungslager Recklinghausen dazu.

Deutsche und ausländische Häftlinge waren räumlich voneinander getrennt untergebracht.

 

Das Lager wurde für ca.500 Häftlinge am westlichen Rand des Flugplatzes, unweit der Flughafensoedlung errichtet. Bewacht wurde es von 26 Schutzpolizisten des Essener Polizeipräsidiums, die Führung bestand aus 2 Beamten der Kölner GeStaPo.

Die Haftdauer betrug in der Regel 6 Wochen, in Einzelfällen auch länger.

 

In der gesamten Zeit starben ca. 130 Häftlinge im Lager. Der größte Teil waren Niederländer.

Der Flugplatz wurde auch im Bombenkrieg der Alliierten nicht verschont und bombadiert. Dabei starben an einem Angriff am 24.Dezember 1944 74 Zivilisten und 4 Häftlinge, nachdem der Hochbunker der Flughafensiedlung durch einen Volltreffer teilweise zerstört wurde.

(Weitere Informationen dazu im passenden Unterforum "Bombenkrieg 1940-45)

Dabei wurde das Lager teilweise zerstört. Nach Schätzungen durchliefen ca.6-8000 Häftlinge das Lager.