Essen-Altendorf - Sonderlager Dechenschule

Auch bekannt unter:

  • Krupp Häftlingslager
  • Sonderlager der Geheimen Staatspolizei Essen
  • Straflager Essen
  • Arbeitslager der SS bei Fa.Krupp (Kdo."Stollenbau")

 

Das "Sonderlager Dechenschule" wurde im März 1944 in Dienst gestellt und befand sich in Essen-Altendorf.

Am 25.Oktober 1944 wurde es durch einen Bombenangriff stark beschädigt und in die "Neerfeldschule" nach Essen-Frintrop verlegt.

(Nähere Informationen zum Angriff unter "Bombenkrieg 1940-45" -> 1944)

 

Die dortigen Häftlinge (zum größten Teil Ausländer bzw. Ostarbeiter) wurden hauptsächlich zum Arbeitseinsatz bei der Firma Krupp eingesetzt.

Die Arbeiten bestanden zum Teil aus:

  • Arbeiten in der Fabrik oder Walzwerk
  • Beton-, Entladungs- und Aufräumungsarbeiten
  • Arbeit bei Kommando Stollenbau (Schachtarbeiten für einen unterirdischen Operationsraumes des Krankenhauses der Firma Krupp)
  • Errichtung von Stacheldrahtzäunen in der Neerfeldschule (9-22.September 1944)

Essen-Altendorf -Französisches Kriegsgefangenenlager

Das Lager befand sich in der Nöggerathstraße 120 und dort waren französische Kriegsgefangene untergebracht. 

Das Lager wurde bei einem Bombenangriff zum größten Teil zerstört.

Essen-Frintrop - Sonderlager Neerfeldschule

Auch bekannt unter:

  • Arbeitserziehungslager Essen
  • Sonderlager der Geheimen Staatspolizei Essen
  • Geheime Staatspolizei Straferziehungslager Essen
  • Straflager Essen
  • Arbeitslager der SS bei Fa.Krupp (Kdo."Stollenbau")

 

Das "Sonderlager Neerfeldschule" in Essen-Frintrop wurde am 26.Oktober 1944 in Dienst gestellt, es wurden die Häftlinge aus dem ausgebombten "Sonderlager Dechenschule" dorthin verlegt.

Das Lager wurde am 16.November 1944 geschlossen. Die Arbeiten waren die gleichen wie in der "Dechenschule".

Essen-Karnap - Ausländerlager der Glaswerke Ruhr

Auch bekannt unter:

  • Lager für politische Gefangene
  • Straflager für Belgier
  • Zivilarbeiterlager der Ruhrgas AG
  • Straflager Gemperwiese
  • Arbeitslager der SS bei Fa.Glaswerke Ruhr

 

Das "Ausländerlager" wurde am 8.August 1944 in Essen-Karnap in Dienst gestellt. Aufgelost wurde es Ende Oktober 1944.

 

Die Häftlinge arbeiteten im Bergwerk sowie Arbeiten für "Ruhr Öl" und Ausräumungsarbeiten.

Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald (Männer)

Der offizielle Name lautete "DEst Essen (schwarze Poth)".

 

"DEst" steht für die Deutsche Erd- und Steinwerke GmbH, welche 1938 unter Führung der SS gegründet wurde. Sie war dazu da, um den Schutt der Stadt Essen mit Zwangsarbeitern zu verwerten.

"Schwarze Poth" bezieht sich auf die ehemalige Adresse der SS-Verwaltung im Sommer 1944 (Schwarze Poth 13).

 

(Die Straße "Schwarze Poth" gibt es heute nicht mehr, sie verlief etwa unterhalb des heutigen Einkaufzentrums Rathausgallerie)

Am 2.Januar 1944 wurde das Kommando "Essen Schuttverwertung" erstmals erwähnt.

Das Kommando lag mit 20 Häftlingen in Essen-Rüttenscheid in der Nähe des Polizeipräsidiums. Es unterstand der SS-Baubrigade III im Messelager Köln. Führer des Lagers war Unterscharführer Reinhard Sichelschmidt.

 

Im April 1944 wurden das Lager in die Innenstadt, in die teilweise zerstörte Gaststätte Grinzig in der Adolf-Hitler-Straße 90 (heute Viehofer Straße) verlegt.

Im Nachbarhaus (Königsstraße 35) wurden die Häftlinge untergebracht, die Zahl wurde auf 150 erhöht.

Das Lager umfasste nun 35.000 Quadratmeter innerhalb der Straßen Schwarze Poth, Königstraße, Kirchstraße und Postallee.

 

Die SS-Baubrigade III wurde Anfang Mai 1944 aufgelöst. Somit wurde das Essener Nebenlager "Schwarze Poth" am 17.Mai 1944 zum eigenständigen Außenlager des KL Buchenwald.

Gegen Ende des Krieges wurde es nach Buchenwald evakuiert und dort am 21.März 1945 registriert. Letzte schriftliche Erwähnung am 29.März 1945.

 

Die Häftlinge (meist Russen aber auch Polen, Franzosen, Dänen, Belgier, Niederländer, Luxemburger und auch Deutsche) arbeiten in der Trümmerbeseitigung sowie der Bergung von Blindgängern nach Luftangriffen.

Die Entschärfung der Bomben erfolgte durch das "Bombenräumkommando Kalkum".

 

Die Dienste wurden von der Stadt Essen, der Deutschen Erd- und Steinwerke GmbH und de, SS-WVHA Amt I/1 (SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt WI Außenstelle Essen) in Anspruch genommen.

 

Für das Lager sind vier Todesfälle dokumentiert. Nach der Evakuierung sind keine weiteren Fakten dokumentiert.

Essen-Fulerum - Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald (Frauen)

Offizieller Name: SS-Arbeitskommando Friedrich Krupp, Essen

Das Lager wurde im Jahre 1943 angelegt, zuerst waren dort französische Zivilarbeiter, später sowjetische Zwangsarbeiterinnen und italienische Militärinternierte.

 

Das Außenlager für Frauen wurde am 24.August 1944 in Dienst gestellt und befand sich in der Humboldtstraße, Ecke Regenbogenweg. Die Häftlinge waren im westlichen Teil des Zwangsarbeitslagers in vier Baracken untergebracht.

 

Lagerführer war SS-Oberscharführer Albert Rieck, Stellvertreter SS-Unterscharführer Otto Maier und Willi Kerkhoff.

 

Häftlinge waren ca. 520 Jüdinnen aus der Karpatenukraine und Nord-Siebenbürgen. Diese kamen an diesem Datum über das KL Auschwitz und KL-Außenlager/SS-Arbeitskommando Gelsenkirchen-Horst (Gelsenberg Benzin AG) in das Außenlager Essen.

Krupp-Arbeiterinnen wurden in einer Schulung in den SS-Dienst eingewiesen und übernahmen große Teile der Bewachung der Häftlinge.

 

Die Häftlinge wurden bei der Fa.Krupp zu Schweißarbeiten, Ofenbefüllungen, Arbeiten im Walzwerk II (Ecke Bottroper/Helenenstraße) des Gußstahlwerkes oder zu Transport- und Aufräumarbeiten eingesetzt.

 

Bei einem Bombenangriff der Alliierten vom 23./24.Oktober 1944 wurde der südliche Teil des Lagers zum Teil zerstört.

Nach einem weiteren Bombenangriff am 12.Dezember 1944 mußten die Frauen in ein provisorisches Lager in Kellerräumen des Lagers umziehen.

 

Am 17.März 1945 wurde das Lager evakuiert und es ging zu Fuß nach Bochum, von dort aus mit dem Zug nach Weimar, danach ins KL Bergen-Belsen. Die Fahrt dauerte 6 Tage.

 

6 Frauen konnten während einen Fliegerangriffs während der Evakuirung flüchten:

  • Gizella Israel
  • Rosa Katz
  • Agnes und Renée Königsberg
  • Elizabeth und Erna Roth

Sie verbrachten einige Tage in den Ruinen eines zerstörten Gebäudes. Dann wurden sie von einigen Essenern versteckt. Sie konnten bis zum Einmarsch der Amerikaner am 11.April 1945 erfolgreich versteckt werden.

 

2 Frauen fanden bei dem Krupp-Mitarbeiter Gerhard Marquardt Zuflucht.

 

Die 4 anderen wurden vom Lebensmittelhändler Fritz Niermann, zusammen mit anderen russischen Zwangsabeiterinnen in seiner Wohnung in der Markscheide 50 in Essen-Altendorf versteckt.

Unterstützt wurde er von der Nachbarin Erna Lippold, der Kruppmitarbeiter Karl Schneider und Niermanns Angestellte Gertrud Hahnen und Adolf Gatzweiler.

 

1988 wurden Fritz Niermann und Gerhard Marquardtder Ehrentitel "Gerechter unter den Völkern" durch den israelischen Staat verliehen.

Zwangslager für Sinti und Roma

Zu diesem Lager sind nicht viele Informationen bekannt.

 

Es wurde 1937 in Dienst gestellt und 1943 geschlossen. Es lag wohl östlich der Innenstadt.

Arbeitserziehungslager

Erstmalige Erwähnung fand am 1.Mai 1944 statt, das Lager sich im Kreis der Königsstraße und Adolf-Hitler-Straße (heute Viehoferstraße).

Es unterstand der Staatspolizeileitstelle und es waren männliche Häftlinge dort unter gebracht.

Arbeitserziehungslager - Essen-Mülheim

Der Flugbetrieb wurde zu Beginn des Krieges auf dem Flugplatz Essen-Mülheim eingestellt. Er sollte weiter ausgebaut werden, da die Start- und Landebahnen aus dem Jahre 1925 veraltet waren und für den militärischen Zweck unzureichend waren.

Um dieses Projekt zu stemmen, wurden zahlreiche Arbeitskräfte benötigt. Die Betreiber des Flughafens wandten sich an die rheinisch-westfälische GeStaPo. Diese suchte zu dieser Zeit Partner für die Errichtung von Polizeihaftlagern für "Arbeitsverweigerer".

Als Arbeitsverweigerer galten Arbeiter, die unentschuldigt fehlten, Krankheiten vortäuschten oder ihren Arbeitsplatz ohne nennenswerte Gründe kündigten. Zudem flüchteten zahlreiche Ausländer (Niederländer, Belgier und Franzosen) vor dem Arbeitseinsatz. Diese sollten bestraft werden und es sollte zudem abschreckend wirken.

Dafür wurde ein weiteres Lager eingreichtet, das Arbeitserziehungslager Essen-Mülheim. 

 

Das Lager wurde am 26.Juni 1941 in Dienst gestellt und unterstand der Flughafengesellschaft in Essen-Mülheim.

Geschlossen wurde es am 10.März 1945.

 

Nach Angaben der Sicherheitspolizei (SiPo) und des Sicherheitsdienstes (SD) waren ab Indienststellung zuerst nur ausländische Gefangene im Lager. Als der Krieg sich europaweit ausbreitet kamen auch Häftlinge aus Yugoslawien, Polen, Ukraine etc dazu. Ab 1.April 1943 kamen deutsche Häftlinge aus dem Arbeitserziehungslager Recklinghausen dazu.

Deutsche und ausländische Häftlinge waren räumlich voneinander getrennt untergebracht.

 

Das Lager wurde für ca.500 Häftlinge am westlichen Rand des Flugplatzes, unweit der Flughafensoedlung errichtet. Bewacht wurde es von 26 Schutzpolizisten des Essener Polizeipräsidiums, die Führung bestand aus 2 Beamten der Kölner GeStaPo.

Die Haftdauer betrug in der Regel 6 Wochen, in Einzelfällen auch länger.

 

In der gesamten Zeit starben ca. 130 Häftlinge im Lager. Der größte Teil waren Niederländer.

Der Flugplatz wurde auch im Bombenkrieg der Alliierten nicht verschont und bombadiert. Dabei starben an einem Angriff am 24.Dezember 1944 74 Zivilisten und 4 Häftlinge, nachdem der Hochbunker der Flughafensiedlung durch einen Volltreffer teilweise zerstört wurde.

(Weitere Informationen dazu im passenden Unterforum "Bombenkrieg 1940-45)

Dabei wurde das Lager teilweise zerstört. Nach Schätzungen durchliefen ca.6-8000 Häftlinge das Lager.