Verwundet beim Luftangriff vom 13/14 Februar 1942 auf die Essener Innenstadt

Ich möchte euch mal eine auf den ersten Blick unscheinbare Urkunde zum Verwundetenabzeichen vorstellen.


Für mich als Heimatsammler jedoch ein interessantes Belegstück über den jahrelangen Bombenkrieg über der Stadt Essen.


Der betreffende Luftangriff fand in der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1942 statt. Angriffsziel waren 2 Städte im Westen des Reiches. 39 Flugzeuge wurden nach Köln beordert und 18 weitere auf Aachen. Neben diesen Städten fielen aus diesen Verbänden ebenfalls eine Bombenlast auf Essen, Neuss, Krefeld, Oberhausen und Mönchengladbach.


Es fielen insgesamt 231 Bomben, darunter 161 Sprengbomben und 70 Brandbomben.

Zwischen 5-6 Uhr morgens gingen 8 Sprengbomben, davon 2 Blindgänger, in Essen-Holsterhausen nieder. Treffer gab es in der Kinderklinik sowie der Hals-, Nasen- und Ohrenklinik.


Unter den 15 Toten Zivilisten befanden sich 10 Kinder, zudem zahlreiche Verwundete.  

Die Kinderklinik liegt südwestlich des Essener Zentrums sowie südlich der Kruppschen Industriehallen - Luftlinie ca. 1,5km Entfernung - (siehe Ausschnitt im Anhang aus einem originalen Stadtplan von Juli 1939). Daher kann man vermuten, dass die Anlagen von Krupp das Angriffsziel gewesen sein könnten.

 

Die gezeigte Verleihungsurkunde für das Verwundetenabzeichen in Schwarz ist für die Krankenschwester Gisela Kuhnhaus, wohnhaft in Essen (-Steele) im Hünninghausenweg 46 ausgestellt. Als Verwundungsdatum ist der oben beschriebe 14. Februar 1942 genannt, ausgestellt wurde die Urkunde jedoch erst am 01. November 1943.


Sie wurde 6 Wochen vor Ihrem Staatsexamen durch den Bombenangriff verwundet, wie eine Notiz auf dem Zeitungsartikel vermerkt.

 

Unterschrieben ist die Urkunde durch den Inhaber des RKdEK und DKiG General der Flakartillerie August Schmidt, kommandierender General und Befehlshaber im Luftgau VI mit Sitz in Münster in Westfalen. Durch Schmidt wurden zahlreiche Urkunden unterschrieben (habe davon weitere in der Sammlung).


Schmidt hatte diese Position vom 01. November 1937 bis 01. April 1945 inne.
Nach dem Krieg wurde er von einem britischen Kriegsgericht als Kriegsverbrecher zu lebenslanger Haft verurteilt. Nach einer Berufung wurde das Urteil in 10 Jahre abgeändert, entlassen wurde er im November 1950 aus gesundheitlichen Gründen.

Zeitungsartikel aus dem Essener Stadt-Anzeiger mit einem Bericht über den Luftangriff vom 13/14 Februar 1942

Ausschnitt aus einem Essener Stadtplan vom Juli 1939