Schanzzeug

Es gab verschiedene Arten von Schanzzeug.

 

Das "lange Schanzzeug" bestand aus einem halblangen Spaten, halblangen Kreuzhacke, Pionierklauenbeil und einer Klapphacke.

Spaten, Kreuzhacke und Klauenbeil wurden in einer passenden Tasche auf das Koppel aufgeschlauft und links hinter der Hüfte getragen. Der Stiel, welcher nach oben ragte, wurde am Tornister befestigt. Die Klapphacke hing an der Aufschiebeschlaufe.

 

Nachdem der Tornister nicht mehr getragen wurde, wurde das "kleine Schanzzeug" eingeführt. Die Tornister wurden auf den Gefechtsfahrzeugen transportiert, das lange Schanzzeug blieb noch eine Weile bei den Pionieren in Gebrauch.

(Kurzer gerader) Spaten - kleines Schanzzeug

Das "kleine Schanzzeug" wurde von allen Mannschaften und Unteroffizieren getragen. Eigentlich war es auch für Offiziere ab Kompaniecheff abwärtes vorgeschrieben, wurde dort jedoch kaum getragen.

Der Spaten inklusive Leder wurde auf das Koppel aufgeschlauft und auf der linken Seite hinter der Hüfte getragen.

Das Seitengewehr wurde zwischen die Schlaufen geschoben und die Scheide durch den Schließriemen gesteckt, um es zu fixieren.

 

In den Anfangsjahren des 2.Weltkrieges bestand die Spatentasche aus 3mm starkem geschwärztem Leder, später wurde aus Rostoffermangelung ein Ersatzmaterial genommen, welches geschwärzt wurde.

Gegen Ende des Krieges wurden die Taschen aus einem gelbem Kunststoff gepresst.

Bei beiden Ersatztaschen war nur der Korpus aus Ersatzmaterial, die Trageschlaufen und der Halteriemen waren immer noch aus Leder.

Der kurze Spaten wurde besonders im 1.Weltkrieg oft im Grabenkampf benutzt. Es war mit im deutlich einfacher als mit einem aufgepflanztem Seitengewehr, welches somit sehr unhandlich war, den Gegner zu zu bekämpfen.

 

Die Spaten wurden zum Teil an den Seiten angeschliffen, um die Schneidwirkung zu erhöhen.

Besonders "gute" Trefferwirkung erlangte man bei einem Schlag quer in die Gegend zwischen Hals und Schlüsselbein. Dort drang ein kräftiger Spatenschlag sehr tief ein.

Schanzzeug Modell 1898/1909

Die Spatentasche hatte keine Rückenwand und die Schlaufen waren nicht mittig zwischen den Hälften vernäht, sondern von außen aufgenäht.

Das Leder wurde erst im Laufe des Krieges geschwärzt.

Kleines Schanzzeug der Wehrmacht

Nachfolgend der kleine gerade Spaten des kleinen Schanzzeuges

Nachfolgend die Stempel des Spatens (M 1941 und ein Herstellerlogo)

Nachfolgend die Trageweise der Spatens inklusive Tragetasche und des Seitengewehrs auf dem Koppel

Nachfolgend eine Spatentasche für den geraden Schanzspaten aus geschwärztem Ersatzmaterial

Die Trageschlaufen sowie der Riemen zum Halten des Spatens sind aus Leder gefertigt

Nachfolgend eine Spatentasche für den geraden Schanzspaten aus gelbem Ersatzmaterial aus dem Jahre 1944

Die Trageschlaufen sowie der Riemen zum Halten des Spatens sind aus Leder gefertigt

Nachfolgend die beiden Stempel aus der Spatentasche (Herstellerstempel mit Jahreszahl = emr44 und Waffenabnahmestempel = WaA B99)