Pilgerabzeichen aus Verwundetenabzeichen

Nach dem 2.Weltkrieg lagerten große Reste von Verwundetenabzeichen im Kloster Weingarten am Bodensee. Die dortigen Benediktinermönche nahmen diese Restbestände und fertigten daraus Pilgerabzeichen/Andenken, die sie verkauften, um den Wiederaufbau ihres Klosters zu fördern.

 

Dabei sägten sie fein säuberlich den Innenteil (gekörnten Hintergrund mit Stahlhelm) eng am Lorbeerkranz heraus.

Dabei ließen sie eine Lasche unterhalb des Nadelbocks und oberhalb des Nadelhakens stehen.

Dort hinein wurde ein Alukreuz gesteckt und die Befestigungssplinte umgeknickt

Die Alukreuze sind silberfarbig oder geschwärzt (es sollen auch welche in goldfarbig existieren).

 

 

Fälschlicherweise werden diese Pilgerabzeichen im Verkauf gerne als "Verwundetenabzeichen für Militärgeistliche/Feldgeistliche des 1.Weltkrieges" betitelt. Doch das sind sie nicht.

 

Allein die Form des Abzeichens widerspricht schon dieser These. Denn VWA aus dem 1.WK hatten eine andere Form des Lorbeerkranzes, bei dem Abzeichen handelt es sich immer um ein VWA der 2.Form.

Desweiteren sind es immer Stücke mit mitgeprägtem Nadelsystem.

Nachfolgend 2 Beispiele für das oben genannte Pilgerabzeichen

Bei den von den Mönchen verwendeten Verwundetenabzeichen dürfte es sich um Stücke des Herstellers Overhoff&Clemens (81) aus Lüdenscheid handeln.

 

Zum einen ist das Nadelsystem sehr markant (mitgeprägt anstatt seperat aufgelötet), sowie ist im direkten Vergleich der gestanzte Rand übereinstimmend.

 

Nachfolgend ein direkter Vergleich der Beeren auf der 12 Uhr Position und der Schleife mitsamt den Schwertgriffen.